BISON ist die Krypto- und Aktien-App der Börse Stuttgart Digital und wirbt vor allem mit einem Argument: deutsche Regulierung statt Offshore-Konstruktion. Das reicht aber nicht automatisch für eine gute Note, denn Sicherheit ist nur die halbe Miete. In diesem Test prüfen wir Gebühren, Regulierung, Angebot und echte Nutzererfahrungen und sagen ehrlich, für wen sich BISON 2026 lohnt und für wen nicht.
Alle laufend aktualisierten Einzelbewertungen zu BISON, inklusive Scores für Gebühren, Sicherheit und Altcoin-Angebot, findest du in der BISON-Scorecard von kryptoboersen.net. Dieser Artikel ergänzt sie um den ausführlichen Praxistest.
BISON im Überblick: Was ist die App der Börse Stuttgart?
BISON ist keine klassische Kryptobörse mit offenem Orderbuch, sondern ein Broker-Modell: Nutzer kaufen und verkaufen direkt gegen die Plattform, die dafür einen Spread auf den Marktpreis aufschlägt. Betrieben wird die App von der Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH, einer Tochtergesellschaft der Börsengruppe Stuttgart, die auch die klassische Wertpapierbörse betreibt. Ursprünglich 2019 als reine Krypto-App gestartet, hat sich BISON seither zu einer Plattform für Kryptowährungen, Aktien, ETFs, ETCs und ETNs erweitert.
Anfang 2026 überschritt BISON erstmals die Marke von einer Million aktiven Nutzern und wurde mit dem Börsenpreis „Goldener Bulle“ als Krypto-Anbieter des Jahres ausgezeichnet, ein Signal dafür, dass die Wachstumsstrategie über Vertrauen statt über die größte Coin-Auswahl aufgeht.
Der Einstieg läuft in drei Schritten: Registrierung per E-Mail und Ausweis-Ident, danach eine SEPA-Einzahlung oder eine sofortige Einzahlung per Kreditkarte, Apple Pay oder Google Pay, anschließend die Auswahl einer Kryptowährung oder eines Wertpapiers als Einmalkauf oder Sparplan. Eine Web-Oberfläche gibt es bewusst nicht, BISON ist konsequent als App für iOS und Android gebaut.

Ist BISON seriös? Regulierung, BaFin-Lizenz und Einlagensicherung
Ja, BISON gehört zu den am strengsten regulierten Krypto-Angeboten am deutschen Markt. Die Verwahrung der digitalen Vermögenswerte übernimmt die Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH, die im Januar 2025 als erstes deutsches Unternehmen überhaupt eine EU-weite MiCA-CASP-Zulassung von der BaFin erhalten hat. Diese Lizenz erlaubt Passporting, also den regulierten Marktzugang in der gesamten EU über eine einzige Zulassung, und deckt sowohl Verwahrung als auch Handel und Brokerage unter einem regulatorischen Dach ab. Dieser Unterschied wird besonders deutlich im Vergleich zu Anbietern ganz ohne deutsche Aufsicht: Bei Krypto Casinos etwa fehlt eine GlüStV-Lizenz grundsätzlich, weil das deutsche Glücksspielrecht keine Kryptowährungen als Einsatzwährung vorsieht.
Für Euro-Guthaben gilt eine zusätzliche Absicherung: Diese liegen nicht bei der Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH selbst, sondern bei den Partnerbanken Solaris SE und Deutsche Bank AG, jeweils mit gesetzlicher Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde. Kryptowerte fallen naturgemäß nicht unter die Einlagensicherung, dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Das Sicherheitsmanagementsystem der Boerse Stuttgart Digital ist zusätzlich nach ISO 27001 und SOC 2 zertifiziert, zwei Standards, die in der Kryptobranche längst nicht selbstverständlich sind und meist nur von etablierten Finanzdienstleistern nachgewiesen werden.
Sicherheit im Detail: Verwahrung, Custody und Versicherung
BISON trennt die Kundenvermögen rechtlich strikt vom eigenen Firmenvermögen der Boerse Stuttgart Digital, die Kryptowerte werden über ein mehrschichtiges Sicherheitskonzept aus Hot-, Warm- und Cold-Storage-Wallets verwahrt. Nach eigenen Angaben liegt der überwiegende Teil der Bestände in Cold Storage, also offline und getrennt vom Internet.
Ein Punkt, den viele Vergleichsseiten nur oberflächlich erwähnen: BISON gibt an, eine Crime-Versicherung für Hot-, Warm- und Cold-Wallet-Bestände gegen Diebstahl abgeschlossen zu haben. Das ist über die reine Cold-Storage-Sicherheit hinaus ein echtes Zusatzargument gegenüber Anbietern, die nur die technische Verwahrung, aber keine Versicherung gegen einen erfolgreichen Angriff nennen. Trotzdem gilt wie bei jedem Krypto-Anbieter: Eine Versicherung ersetzt keine gesetzliche Einlagensicherung, wie sie für die Euro-Guthaben bei Solaris SE und der Deutschen Bank greift.
Für den Login und für Auszahlungen ist eine Zwei-Faktor-Authentifizierung vorgeschrieben. Größere Vorfälle mit Kundengeldern sind bei BISON bislang nicht öffentlich bekannt geworden, was angesichts der Nutzerzahl von über einer Million auch für die operative Stabilität der Plattform spricht.
BISON Gebühren 2026: Spread, Sparplan und Auszahlungen
BISON verzichtet auf klassische, separat ausgewiesene Handelsgebühren und arbeitet stattdessen mit einem Spread auf den Marktpreis. Bei Bitcoin und Ethereum liegt dieser im Schnitt bei rund 1,25 Prozent, bei den übrigen Kryptowährungen bei etwa 1,75 Prozent. Ein- und Auszahlungen in Euro per SEPA-Überweisung sind kostenlos, wer stattdessen per Kreditkarte, Apple Pay oder Google Pay sofort einzahlen möchte, zahlt einen Aufschlag von rund 2,49 Prozent.
Krypto-Sparpläne lassen sich bereits ab 1 Euro einrichten, für alle handelbaren Coins. Pro Ausführung berechnet BISON dabei eine feste Gebühr von 1,99 Euro, unabhängig von der Sparsumme. Das lohnt sich rechnerisch erst ab einer gewissen Sparrate, wer nur 5 oder 10 Euro monatlich investiert, verliert einen überproportionalen Anteil an der Fixgebühr, ein Nachteil gegenüber prozentual abgerechneten Sparplänen bei Wettbewerbern.
Für den Handel mit Aktien, ETFs, ETCs und ETNs fällt unabhängig vom Ordervolumen eine feste Orderprovision von 1,99 Euro pro Trade an. Wer also größere Summen in einem Rutsch investiert statt in vielen kleinen Sparplan-Ausführungen, fährt bei BISON günstiger, weil die Fixgebühr sich dann kaum noch bemerkbar macht.
Angebot: Kryptowährungen, Aktien und ETFs im Überblick
Das Coin-Angebot ist im Lauf des Jahres 2026 mehrfach gewachsen: Nach einer Erweiterung Ende März 2026 um sieben Kryptowährungen stand das Angebot bei 63 handelbaren Coins, danach kamen weitere Listings hinzu. Ein direkter Blick auf die aktuelle BISON-Startseite (Stand September 2026) zeigt die derzeit gültige Zahl schwarz auf weiß: „Bitcoin und 69 weitere Kryptowährungen“, macht zusammen 70 handelbare Coins. Das ist aktueller als die Angaben mehrerer Vergleichsportale, die teils noch die ältere 56er- oder 63er-Zahl zitieren. Zum Vergleich bleibt die Auswahl trotzdem überschaubar: Bitpanda bietet über 650 Coins, Bitvavo über 450, wer also gezielt kleinere Altcoins handeln will, wird bei BISON öfter nicht fündig.
Seit der Erweiterung um Aktien, ETFs, ETCs und ETNs deckt BISON deutlich mehr als reines Kryptogeschäft ab und positioniert sich damit näher an einem klassischen Neobroker als an einer reinen Kryptobörse. Für Anleger, die Kryptowährungen und klassische Wertpapiere lieber in einer einzigen App verwalten statt zwischen mehreren Anbietern zu wechseln, ist das ein klarer Pluspunkt, den reine Krypto-Plattformen wie Bitvavo oder Kraken naturgemäß nicht bieten.
Staking bei BISON: Rendite, Gebühren und Mindesteinsatz
BISON bietet Staking aktuell für Ethereum und Solana an, der Einstieg ist ab 0,005 ETH beziehungsweise ab 0,1 SOL möglich. Die Rewards werden wöchentlich ausgeschüttet und bewegen sich laut Anbieter je nach Netzwerk und Marktlage indikativ zwischen 2 und 8 Prozent pro Jahr.
Ein Punkt, den kaum ein Vergleichsportal beim Namen nennt: BISON behält rund 27 Prozent der erzielten Staking-Rewards als eigene Gebühr ein. Bei einer indikativen Bruttorendite von beispielsweise 5 Prozent bleiben dem Nutzer nach Abzug der Gebühr effektiv nur noch etwa 3,65 Prozent Nettorendite. Wer ausschließlich wegen möglichst hoher Staking-Erträge eine Plattform sucht, sollte diese Nettorechnung vorher machen statt sich an der Bruttospanne zu orientieren.

Bedienung und App: Für wen ist BISON gemacht?
In der Kategorie Bedienung liegt BISON konsistent an der Spitze der Vergleichsportale: Sowohl im Apple App Store als auch bei Google Play werden Übersichtlichkeit, schnelle Registrierung und eine klare Menüführung besonders häufig gelobt. Im Apple App Store steht BISON bei rund 4,6 von 5 Sternen und knapp 18.000 Bewertungen, bei Google Play bei etwa 4,3 von 5 Sternen und rund 32.000 Bewertungen, beides Werte, die viele Wettbewerber nicht erreichen.
Auf Trustpilot fällt das Bild gemischter aus: Aktuell steht BISON dort bei rund 4,0 von 5 Sternen und wird von Trustpilot selbst mit dem Prädikat „Great“ geführt, bei über 1.600 Bewertungen. Häufig genannte Kritikpunkte in negativen Bewertungen sind die vergleichsweise hohen Spreads bei Altcoins und die begrenzte Coin-Auswahl gegenüber internationalen Börsen, positiv wird immer wieder die einfache Bedienung für Einsteiger hervorgehoben.
Für erfahrene Trader, die aktiv zwischen vielen Altcoins wechseln oder ein Orderbuch mit Limit-Orders erwarten, ist BISON aufgrund des Broker-Modells und der begrenzten Coin-Auswahl eher nicht die erste Wahl. Für Einsteiger, die eine unkomplizierte, deutsch regulierte App für Sparpläne und gelegentliche Käufe suchen, spricht dagegen fast alles für BISON.
Vor- und Nachteile im Realitätscheck
Vorteile:
- Erste und bislang einzige deutsche EU-weite MiCA-CASP-Zulassung (Januar 2025)
- Euro-Guthaben mit gesetzlicher Einlagensicherung bis 100.000 Euro bei Solaris SE und Deutscher Bank
- Crime-Versicherung für Hot-, Warm- und Cold-Wallet-Bestände
- ISO 27001 und SOC 2 zertifiziertes Sicherheitsmanagement
- Sehr gute App-Bewertungen (4,6 Apple App Store, 4,3 Google Play)
- Sparplan bereits ab 1 Euro, für Kryptowährungen, Aktien und ETFs in einer App
Nachteile:
- Nur 70 Kryptowährungen handelbar, deutlich weniger als Bitpanda oder Bitvavo
- Höherer Spread bei Altcoins (1,75 %) im Vergleich zu spezialisierten Börsen
- Feste Sparplan-Gebühr von 1,99 Euro pro Ausführung benachteiligt kleine Sparraten
- Rund 27 Prozent Gebühr auf Staking-Rewards senkt die Nettorendite deutlich
- Keine Web-Oberfläche, nur App für iOS und Android
- Staking nur für Ethereum und Solana verfügbar
BISON im Vergleich zu Bitpanda, Bitvavo, eToro und Coinbase
Im direkten Vergleich ist BISON weder die günstigste noch die vielfältigste Plattform, dafür aber diejenige mit der eindeutigsten deutschen Regulierungsgeschichte. Bitpanda punktet mit über 650 Coins und einer österreichischen FMA-MiCA-Lizenz, liegt bei den Gebühren aber in einer ähnlichen Größenordnung wie BISON. Bitvavo ist mit einem Orderbuch-Modell und Gebühren ab 0,15 Prozent klar günstiger, verzichtet dafür auf ein vergleichbar einsteigerfreundliches Sparplan-Angebot.

eToro setzt stärker auf Social Trading und CFDs und verlangt bis zu 1 Prozent Krypto-Gebühr, reguliert über die eigene MiCA-Zulassung der eToro (Europe) Ltd. Coinbase ist im Standardmodus mit rund 6,45 Prozent Roundtrip-Kosten die teuerste der hier verglichenen Plattformen, punktet dafür mit einer sehr breiten Coin-Auswahl und dem Status als börsennotiertes Unternehmen.
| Anbieter | Spread/Gebühr Krypto | Sparplan ab | Reguliert unter |
|---|---|---|---|
| BISON | 1,25 % (BTC/ETH) / 1,75 % (Alt) | 1 Euro | BaFin (MiCA-CASP, DE, seit Jan. 2025) |
| Bitpanda | ab 1,49 % | 1 Euro | FMA (Österreich, MiCA) |
| Bitvavo | ab 0,15 % (Orderbuch) | eingeschränkt verfügbar | AFM (Niederlande, MiCA) |
| eToro | bis 1 % | nicht verfügbar | eToro Europe (MiCA) |
| Coinbase | ca. 1,49 % + Spread (Standard) | nicht verfügbar | CSSF Luxemburg (MiCA) + BaFin (Custody) |
Wer BISON gegen eine einzelne Alternative im Detail abwägen möchte, findet in der BISON-Scorecard von kryptoboersen.net die laufend gepflegten Einzelbewertungen für Gebühren, Sicherheit und Altcoin-Angebot.
Häufig gestellte Fragen zu BISON
Ist BISON seriös?
Ja, BISON gilt als eine der am strengsten regulierten Krypto-Apps in Deutschland. Die Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH erhielt im Januar 2025 als erstes deutsches Unternehmen eine EU-weite MiCA-CASP-Zulassung von der BaFin, Euro-Guthaben liegen zusätzlich mit gesetzlicher Einlagensicherung bei Solaris SE und der Deutschen Bank.
Wie hoch sind die Gebühren bei BISON?
Beim Kryptohandel zahlst du einen Spread von rund 1,25 Prozent bei Bitcoin und Ethereum und rund 1,75 Prozent bei anderen Kryptowährungen. SEPA-Ein- und Auszahlungen sind kostenlos, Aktien-, ETF- und Sparplan-Ausführungen kosten pauschal 1,99 Euro pro Trade.
Wie viele Kryptowährungen kann ich bei BISON handeln?
Laut eigener Startseite (Stand September 2026) bietet BISON aktuell 70 Kryptowährungen zum Handel an, Bitcoin plus 69 weitere Coins. Damit bleibt die Auswahl kleiner als bei Bitpanda oder Bitvavo, deckt aber die gängigsten Coins ab.
Lohnt sich Staking bei BISON?
BISON bietet Staking für Ethereum und Solana mit einer indikativen Bruttorendite von 2 bis 8 Prozent pro Jahr an, behält davon aber rund 27 Prozent als eigene Gebühr ein. Die tatsächliche Nettorendite liegt damit spürbar unter der beworbenen Bruttospanne.
Gibt es BISON auch als Web-Version?
Nein, BISON ist bewusst als reine App für iOS und Android konzipiert, eine Web-Oberfläche zum Handeln am Desktop gibt es nicht.
Unser Fazit: Für wen lohnt sich BISON?
BISON lohnt sich vor allem für Einsteiger, die eine unkomplizierte, spürbar deutsch regulierte App suchen und Wert auf Sicherheit, Bedienbarkeit und die Kombination aus Krypto, Aktien und ETFs in einer einzigen Anwendung legen. Die MiCA-CASP-Zulassung, die gesetzliche Einlagensicherung für Euro-Guthaben und die Crime-Versicherung für Wallet-Bestände sind ein Trust-Paket, das kaum ein Wettbewerber in dieser Kombination bietet.
Wer dagegen aktiv mit vielen verschiedenen Altcoins handeln, möglichst niedrige Spreads erzielen oder eine hohe Netto-Staking-Rendite herausholen will, stößt bei BISON an klare Grenzen und ist bei spezialisierten Börsen wie Bitvavo oder bei Bitpanda mit seiner breiteren Coin-Auswahl besser aufgehoben. Unser Fazit fällt deshalb differenziert aus: BISON ist eine solide Wahl für Einsteiger, mit Vorbehalt bei Altcoin-Auswahl und Staking-Konditionen, keine pauschale Empfehlung für aktive Trader.