Relai im Test 2026: Lohnt sich das wirklich?

Relai wirbt mit einem einfachen Versprechen: Bitcoin kaufen, direkt in die eigene Wallet, ohne Umwege über eine klassische Börse. Die Schweizer App ist seit 2020 am Markt und hat sich seither vor allem als Einstiegspunkt für Sparplan-Nutzer etabliert. Im September 2026 lohnt sich ein genauer Blick, denn seit der MiCA-Lizenz aus Frankreich und der Einführung von Instant SEPA hat sich einiges getan. Wir haben Gebühren, Regulierung und die App selbst geprüft und zeigen, für wen sich Relai wirklich eignet und wo die App an ihre Grenzen stößt.

Relai im Überblick: Die wichtigsten Fakten

Grafik: Relai App Downloads und Nutzerzahlen 2026
Gegründet2020, Zürich (Schweiz)
AngebotAusschließlich Bitcoin, kein Altcoin-Handel
VerwahrungSelf-Custody, eigene Wallet mit 12-Wort-Recovery-Phrase
Standardgebühr1,0 % pro Kauf/Verkauf, mit Referral-Code dauerhaft 0,9 %
ZahlungsmethodenSEPA-Überweisung (ohne Aufschlag), Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay (je +3,0 %)
Mindestkauf50 CHF/EUR
Regulierung SchweizVQF-Mitgliedschaft (Selbstregulierungsorganisation)
Regulierung EUMiCA-Lizenz als CASP über die französische AMF seit Oktober 2025
Nutzerbewertungrund 4,0 von 5 Sternen auf Trustpilot (ca. 1.300 Bewertungen)

Was ist Relai und für wen ist die App gemacht?

Relai ist keine klassische Krypto-Börse, sondern eine reine Bitcoin-Kauf-App. Wer nach Altcoins, Staking oder Trading-Funktionen sucht, ist hier falsch. Genau das ist aber auch der Kern des Konzepts: Relai reduziert den Einstieg auf einen einzigen Schritt, Bitcoin kaufen und automatisch in die eigene, selbstverwaltete Wallet übertragen. Relai hält zu keinem Zeitpunkt die Bitcoin der Nutzer, die privaten Schlüssel verbleiben auf dem eigenen Gerät. Diese Positionierung richtet sich klar an Einsteiger und Sparplan-Nutzer, die Wert auf echte Selbstverwahrung legen, nicht an aktive Trader.

Mit über 580.000 App-Downloads, mehr als 100.000 aktiven Nutzern und einem kumulierten Handelsvolumen von über 1 Milliarde US-Dollar gehört Relai zu den etablierten Bitcoin-only-Anbietern im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus.

Regulierung und Sicherheit: MiCA-Lizenz und VQF-Mitgliedschaft

In der Schweiz ist die Relai AG Mitglied der VQF (Verein zur Qualitätssicherung von Finanzdienstleistungen), einer von der FINMA anerkannten Selbstregulierungsorganisation für die Einhaltung der Geldwäschereivorschriften. Das ist keine Banklizenz, aber ein anerkannter Aufsichtsrahmen für Finanzdienstleister in der Schweiz.

Für den EU-Raum hat die Relai EU im Oktober 2025 von der französischen Finanzaufsicht AMF (Autorité des marchés financiers) eine Zulassung als Krypto-Dienstleister (CASP) nach der MiCA-Verordnung erhalten, eine der ersten Bitcoin-only-Apps mit dieser Lizenz überhaupt. Wichtig für die Einordnung: Die Lizenz wurde in Frankreich erteilt. Über das sogenannte EU-Passporting kann Relai damit grundsätzlich in allen 27 Mitgliedstaaten tätig werden, dafür müssen aber länderspezifische Meldeverfahren abgeschlossen werden. Wer also von einer pauschalen „deutschen Lizenz“ liest, sollte das mit Vorsicht behandeln, korrekt ist eine französische MiCA-Zulassung mit EU-weitem Passporting-Prozess.

Zusätzlich ist Relai nach ISO 27001 zertifiziert, einem internationalen Standard für Informationssicherheits-Management. Ein Punkt, den wir kritisch anmerken: Relai bietet aktuell keine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für den App-Zugang. Bei einer Finanz-App im Jahr 2026 ist das ein nachvollziehbarer Kritikpunkt, auch wenn die eigentlichen Bitcoin-Bestände durch die Self-Custody-Wallet und die eigene Recovery-Phrase separat abgesichert sind.

Gebühren bei Relai im Detail

Relai verlangt eine Standardgebühr von 1,0 % pro Kauf oder Verkauf. Wer über einen Referral-Code einsteigt, zahlt dauerhaft nur 0,9 %. Wichtig ist die Wahl der Zahlungsmethode:

Balkendiagramm: Relai Gebühren je Zahlungsmethode in Prozent
  • SEPA-Überweisung: keine zusätzlichen Kosten, es gilt nur die Basisgebühr von 1,0 % bzw. 0,9 %.
  • Kreditkarte, Apple Pay oder Google Pay: zusätzlicher Aufschlag von 3,0 %, in Summe also rund 4,0 % bzw. 3,9 % mit Referral-Code.
  • Sparplan (Auto-Invest): der erste Kauf pro Monat bis 100 CHF/EUR ist komplett gebührenfrei.
  • Mindestkauf: 50 CHF/EUR pro Transaktion.

Für Transfers aus der Wallet heraus fallen zusätzlich die üblichen Bitcoin-Netzwerkgebühren an, diese gehen nicht an Relai, sondern an das Bitcoin-Netzwerk selbst. Wer regelmäßig kauft, fährt über SEPA und den Sparplan klar am günstigsten. Der Kartenaufschlag von 3,0 % macht spontane Käufe per Karte spürbar teurer als bei manchen vollwertigen Börsen.

So funktioniert die App: Sparplan, Lightning-Wallet und Instant SEPA

Screenshot der Relai App Startseite mit Sparplan und Bitcoin-Kurs

Der Einstieg läuft über einen wöchentlichen oder monatlichen Sparplan, alternativ sind auch Einmalkäufe möglich. Seit 2026 unterstützt Relai für EU-Nutzer zusätzlich Instant SEPA, also Echtzeitüberweisungen, wodurch der Kauf spürbar schneller abgewickelt wird als über eine klassische SEPA-Überweisung mit ein bis zwei Werktagen Wartezeit.

Neu integriert ist außerdem eine Lightning-Wallet direkt in der App. Damit lassen sich kleinere Bitcoin-Beträge schnell und mit sehr geringen Netzwerkgebühren senden und empfangen, ein Feature, das viele reine Kauf-Apps bisher nicht anbieten und das Relai näher an ein vollwertiges Bitcoin-Ökosystem heranrückt, ohne die Bitcoin-only-Ausrichtung aufzugeben.

Vor- und Nachteile im Überblick

  • Vorteil: echte Self-Custody, keine Verwahrung der Bitcoin durch Relai selbst
  • Vorteil: sehr einfache Bedienung, klarer Fokus statt überladener Trading-Oberfläche
  • Vorteil: SEPA-Käufe ohne Zahlungsaufschlag, monatlich 100 CHF/EUR gebührenfrei
  • Vorteil: MiCA-Zulassung in Frankreich plus Schweizer VQF-Mitgliedschaft
  • Nachteil: nur Bitcoin, keine Altcoins, kein Trading, kein Staking
  • Nachteil: 3,0 % Aufschlag bei Karte, Apple Pay und Google Pay
  • Nachteil: keine Zwei-Faktor-Authentifizierung für den App-Login

Relai im Vergleich: Bitcoin-App vs. vollwertige Krypto-Börse

Wer Relai bewertet, sollte es nicht direkt mit einer vollwertigen Börse wie Bitpanda, Coinbase oder eToro vergleichen. Diese Anbieter decken hunderte Kryptowerte, Staking und teils auch klassische Wertpapiere ab, verwahren die Bestände dabei aber in der Regel zunächst im eigenen Custody-Modell. Relai verfolgt bewusst den umgekehrten Ansatz: weniger Funktionen, dafür Bitcoin-only und von Anfang an in der eigenen Wallet. Alle technischen Eckdaten zu Relai, inklusive der aktuellen Gebührenstruktur, finden Sie auch kompakt in unserer Relai-Börsenübersicht.

Für Nutzer, die ausschließlich in Bitcoin investieren und größten Wert auf Selbstverwahrung legen, ist Relai eine der fokussiertesten Optionen am Markt. Wer dagegen ein breiteres Portfolio oder aktives Trading sucht, ist bei einer vollwertigen Börse besser aufgehoben. Details zu Gebühren, Sicherheit und Bewertung für Relai selbst finden Sie ebenfalls in der Relai-Börsenübersicht.

Für wen lohnt sich Relai?

Relai eignet sich vor allem für Einsteiger, die regelmäßig und automatisiert in Bitcoin investieren möchten, ohne sich mit Handelsoberflächen, Orderarten oder einem großen Coin-Angebot auseinanderzusetzen. Auch für Nutzer, denen Self-Custody wichtiger ist als ein möglichst breites Funktionsangebot, ist die App eine solide Wahl. Wer dagegen Wert auf 2FA-Absicherung, Altcoin-Zugriff oder aktives Trading legt, sollte eine vollwertige Börse in Betracht ziehen.

Häufige Fragen zu Relai

Ist Relai seriös?
Relai ist seit 2020 aktiv, in der Schweiz VQF-organisiert und seit Oktober 2025 zusätzlich als CASP nach MiCA über die französische AMF zugelassen. Die Bitcoin liegen dabei stets in einer selbstverwalteten Wallet der Nutzer, nicht bei Relai selbst.

Was kostet Relai wirklich?
Die Basisgebühr liegt bei 1,0 % (0,9 % mit Referral-Code) pro Kauf oder Verkauf. Bei SEPA-Zahlung fällt kein weiterer Aufschlag an, bei Kreditkarte, Apple Pay oder Google Pay kommen zusätzlich 3,0 % hinzu.

Kann man bei Relai Altcoins kaufen?
Nein. Relai ist bewusst auf Bitcoin beschränkt und bietet keine anderen Kryptowährungen an.

Bietet Relai 2FA an?
Nein, aktuell steht keine Zwei-Faktor-Authentifizierung für den App-Zugang zur Verfügung. Die Bitcoin selbst liegen aber ohnehin in der eigenen, separat gesicherten Wallet.

Ist Relai in Deutschland nutzbar?
Relai richtet sich auch an deutsche Nutzer, die zugrunde liegende MiCA-Zulassung wurde jedoch in Frankreich erteilt. Der EU-weite Rollout über das Passporting-Verfahren läuft schrittweise.

Fazit: Unser Urteil zu Relai

Relai ist eine solide, fokussierte Wahl für alle, die ausschließlich in Bitcoin investieren und dabei größten Wert auf Selbstverwahrung legen. Die Gebührenstruktur ist bei SEPA-Zahlung fair, die Regulierung über Schweizer VQF-Mitgliedschaft und französische MiCA-Zulassung ist real vorhanden, auch wenn der EU-weite Rollout noch läuft. Wer aber ein breiteres Portfolio, aktives Trading oder eine 2FA-Absicherung erwartet, findet das bei Relai nicht und sollte auf eine vollwertige Börse ausweichen. Unser Urteil lautet daher: solide Wahl mit klaren Grenzen, kein Allrounder.

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